Neue in-vivo
Daten
Caspofungin auch
gegen Amphotericin B-resistente Candida wirksam
In einem Tiermodell
disseminierter Infektionen hat sich Caspofungin als hoch
wirksam bei Infektionen mit Amphotericin B-resistenten
Candida albicans, C. glabrata und C. lusitaniae
erwiesen. Dies berichteten Prof. Erika J. Ernst und
Kollegen vom College of Pharmacy der Universität Iowa
auf der diesjährigen Interscience Conference on
Antimicrobial Agents and Chemotherapy (ICAAC).
Die meisten Candida-Hefen
sind gegen Amphotericin B empfindlich, mit Ausnahme der
als teils primär resistent geltenden /C. lusitaniae/,
die regelmäßig mit klinischem Therapieversagen in
Zusammenhang gebracht werden und unter Polyen-Therapie
Resistenz entwickeln können (McClenny et al., 2002). In
einer aktuellen Studie an Blutkulturisolaten von /Candida
spp/. aus den USA (Hajjeh et al., 2004) benötigten
jedoch immerhin 10% eine Hemmkonzentration von = 0,38
mg/l Amphotericin B. Isolate mit diesem Wert waren in
Tiermodellen resistent gegen Amphotericin B.
Auf der Suche nach neuen
Therapieoptionen für Infektionen mit resistenten
Pilzstämmen haben Ernst und Mitarbeiter in einem
Mausmodell die Fähigkeit von Amphotericin B und
Caspofungin zur Reduktion der Pilzzellbelastung bei
disseminierter Candida-Infektion verglichen. Dazu wurden
künstlich immunsupprimierten Mäusen jeweils 100 Mio.
koloniebildende Einheiten von Amphotericin
B-resistenten, überwiegend klinischen Isolaten von /Candida
albicans/, /C. glabrata/ oder /C. lusitaniae/ in die
Schwanzvene injiziert, um eine disseminierte Infektion
auszulösen. 24 Stunden nach der Inokulation wurden die
Tiere einmal täglich mit Kochsalzlösung (Kontrollen),
Amphotericin B oder Caspofungin, beide in Dosierungen
von 1 und 3 mg/kg Körpergewicht, behandelt.
24 Stunden nach der
Therapie wurden die Nieren der Tiere homogenisiert und
Proben zur Bestimmung der Kolonieanzahl auf
Kartoffel-Dextrose-Agar aufgetragen.
Wie erwartet, fand sich
bei mit Amphotericin behandelten Tieren keine
signifikante Verminderung der Pilzlast im Vergleich zu
den Kontrollen. Dagegen sprachen vier von sieben (57%)
Candida-Stämmen bereits auf die niedrige
Caspofungin-Dosierung an. Zwei (29%) Stämme zeigten erst
unter der höheren Caspofungin-Dosis eine statistisch
signifikante Reduktion der Pilzzellbelastung. Nur ein /C.-glabrata/-Stamm
(14%) sprach selbst auf die höhere Dosis des
Echinocandins nicht an. Nach Ansicht der Autoren könnte
sich Caspofungin zur Behandlung von Infektionen durch
Amphotericin B-resistente Candida-Spezies als geeignet
erweisen.
Quelle: Ernst EJ et al.
In Vivo Activity of Caspofungin Against Amphotericin B-
Resistant C. albicans, C.
glabrata and C. lusitaniae. Poster Nr. M-215
44^th Interscience
Conference on Antimicrobial Agents and Chemotherapy (ICAAC),
Washington, 2004.